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KGS Hamburg Magazin Artikel (Mrz 2012)

Al­les kommt ans Licht

Zum dies­jäh­ri­gen IN­TER­NA­TIO­NA­LEN EN­GEL­KON­GRESS wird ne­ben vie­len an­de­ren re­nom­mier­ten Re­fe­ren­ten auch Isa­bel­le von Fal­lois er­wa­re­tet. Sie ist Pia­nis­tin, Au­to­rin, Se­mi­nar­lei­te­rin und ar­bei­tet mit En­geln mit ver­schie­de­nen For­men der En­er­gie­ar­beit. Sie hat­te schon als Kind Kon­takt zu den En­geln, doch erst auf­grund ei­ner le­bens­be­droh­li­chen Krank­heit be­gann Sie sich in­ten­si­ver mit ih­nen zu be­schäf­ti­gen.

Von dem Tag an, als sie die En­gel täg­lich in ihr Le­ben rief, be­gann sie wie­der ganz ge­sund zu wer­den. Beim dies­jäh­ri­gen En­gel­kon­gress An­fang Ju­ni in Ham­burg wird Isa­bel­le von Fal­lois als Re­fe­ren­tin mit da­bei sein. Im In­ter­view spricht sie über Schick­sals­schlä­ge, Lie­be, Licht und Schat­ten.



Isa­bel­le, wie se­hen En­gel aus? Ha­ben sie Flü­gel und wal­len­des Haar?


(lacht) Das sind die Bil­der, un­ter de­nen wir sie ken­nen, al­so zei­gen sie sich ger­ne so. Aber manch­mal se­he ich nur rie­sen­gro­ße Lich­t­er­sch­ei­nun­gen. Ra­pha­el ist sma­ragd­grün, Mi­cha­el ist vio­lett mit gold. Vie­le Leu­te ha­ben die Vor­s­tel­lung, dass En­gel et­was mit der Kir­che zu tun ha­ben, aber das stimmt nicht. Es gibt ganz vie­le Men­schen, die glau­ben an En­gel, aber nicht an Gott.

Seit wie vie­len Jah­ren kön­nen Sie die­se Lich­ter se­hen?


Ich ha­be als klei­nes Kind schon Lich­t­er­sch­ei­nun­gen in mei­nem Zim­mer ge­se­hen, so dass ich nachts kei­ne Angst im Dun­keln hat­te. Auch häuf­ten sich Vi­sio­nen und pro­phe­ti­sche Träu­me nach ei­nem Nah­tod­er­leb­nis im Al­ter von acht Jah­ren. „Be­wusst hell­sich­tig“ bin ich je­doch erst seit 2004, denn vor­her ha­be ich zwar ei­ni­ges ge­se­hen, doch mir war nicht klar, dass ich dies auf­grund von Hell­sich­tig­keit tat.

2012 steht be­vor, vie­le spi­ri­tu­el­le Au­to­ren re­den vom Wan­del …

Mei­ner Mei­nung nach be­fin­den wir uns längst in der Trans­for­ma­ti­on, das hei­ßt, der gro­ße Wan­del ge­schieht nicht erst 2012. Wir sind mit­ten drin. Ge­nau aus die­sem Grund kommt so viel ans Licht. Wenn wir ei­ne wirk­li­che Ver­än­de­rung wün­schen, dür­fen wir nicht da­von aus­ge­hen, dass wir ver­schont blei­ben, wenn sich al­le Sys­te­me auf der Welt ver­än­dern. Auch Erz­en­gel Mi­cha­el be­tont im­mer wie­der, dass Struk­tu­ren zu­sam­men­b­re­chen müs­sen, da­mit Platz für das Neue wird.

Ist es nicht uto­pisch an­zu­neh­men, ein „Gol­de­nes Zeit­al­ter“ ste­he be­vor?


Ich se­he durch­aus die Mög­lich­keit ei­nes so­ge­nann­ten „Gol­de­nen Zeit­al­ters“. Doch das wird noch ei­ni­ge Zeit dau­ern. Da­mit das mög­lich wird, müs­sen erst noch al­le Schat­ten der Welt ans Licht kom­men, um letzt­lich ver­wan­delt wer­den zu kön­nen. Gregg Bra­den, der gro­ße Vi­sio­när, hat in ei­nem sei­ner Bü­cher ei­ne For­mel auf­ge­stellt, die fol­gen­der­ma­ßen lau­tet: „Die Min­dest­zahl von Men­schen, die für die Än­de­rung des Be­wusst­seins nö­tig sind, be­läuft sich auf ein Pro­zent der Be­völ­ke­rung.“ Das ist nicht be­son­ders viel. Doch die­se An­zahl von Men­schen muss sich na­tür­lich aus­sch­lie­ß­lich in ei­ner ho­hen Schwin­gung be­fin­den. Ich bin da­von über­zeugt, dass dies zu schaf­fen ist, da sich im­mer mehr Men­schen da­für ent­sch­ei­den, aus der Lie­be her­aus zu le­ben und das Wer­ten und Be­ur­tei­len hin­ter sich zu las­sen – auch wenn man zwi­schen­durch ei­nen an­de­ren Ein­druck ha­ben mag.

Ha­ben Sie auch ei­ne grund­le­gen­de Trans­for­ma­ti­on er­lebt?


Mein Le­ben war zu­nächst dar­auf aus­ge­rich­tet ge­we­sen, Kon­zert­pia­nis­tin zu wer­den. Ei­nes Ta­ges spiel­te ich auf ei­ner Hoch­zeit am Starn­ber­ger See, und da war ein kla­vier­be­geis­ter­ter Schrift­s­tel­ler. Er leb­te mit sei­ner Fa­mi­lie in Los An­ge­les und mein­te: „Mä­del, ich möch­te dir hel­fen. Ich bie­te dir ein ein­jäh­ri­ges Sti­pen­di­um bei uns zu Hau­se, wo du nicht ans Geld­ver­die­nen den­ken musst, und dann machst du die gro­ße Kar­rie­re.“ Ich hat­te al­so Zeit, ein Kon­zert ein­zu­spie­len, die ent­sp­re­chen­den Kon­tak­te ent­wi­ckel­ten sich – es sah al­les gro­ßar­tig aus, aber ich war merk­wür­di­ger­wei­se nicht fit. Ich hat­te nicht mehr Kraft, als zwei bis drei Stun­den am Tag zu spie­len. Dann bin ich nach Hau­se ge­flo­gen, um mei­nen 30. Ge­burts­tag mit mei­ner Fa­mi­lie und mei­nem da­ma­li­gen Freund zu fei­ern. Und ich ge­he wie je­den Mor­gen jog­gen und bre­che auf ein­mal ohn­mäch­tig zu­sam­men.

Was war der Grund da­für?


Ich kam in ei­ne Kli­nik, dann schon im Roll­stuhl, denn ich konn­te ein­fach kei­nen Schritt mehr ge­hen – und erst­mal fan­den die gar nichts. Bis dann ein Arzt ei­ne Kno­chen­mark­sun­ter­su­chung mach­te. Und dann kam der Be­fund: Ich hat­te ei­ne sel­te­ne Form der Leuk­ä­mie und noch zwi­schen drei Ta­gen und drei Wo­chen zu le­ben. Ab­so­lut letz­tes Sta­di­um.

Was ha­ben Sie ge­macht, als der Arzt Ih­nen die­se Bot­schaft über­bracht hat?


Al­so, der Arzt hielt mir ei­nen Vor­trag über die Che­mo­the­ra­pie, die ich ma­chen soll­te, und er­zähl­te mir ei­ne Drei­vier­tel­s­tun­de lang, an wel­chen Ne­ben­wir­kun­gen ich al­les ster­ben könn­te. Und ich wuss­te, wenn ich mich in die­sem Zu­stand – psy­chisch völ­lig am Bo­den, denn ich hat­te in der­sel­ben Wo­che auch noch mei­nen Freund und mein Haus ver­lo­ren – die­ser Che­mo­the­ra­pie un­ter­zie­he, dann bin ich tot. Und dann ha­be ich mei­ne El­tern an­ge­ru­fen und ge­sagt: Holt mich hier raus.

Wie ging es wei­ter?

Ich hat­te ei­nen Freund in Los An­ge­les, der sag­te mir, ich müs­se ver­s­te­hen, was pas­siert ist in der Be­zie­hung mit mei­nem Ex­freund, die­se Co-Ab­hän­gig­keit und die Tat­sa­che, dass mein Freund psy­chi­sche Pro­b­le­me hat­te. Mein Freund hat mich mit der nö­ti­gen Li­te­ra­tur ver­sorgt, so dass ich das klä­ren konn­te. Nach zwei­ein­halb Wo­chen war ich durch mit der Ver­ge­bung, an­fangs nur im Ver­stand, dann aber bis ins Herz. Und da­nach wuss­te ich, ich kann wie­der kämp­fen. Ich war al­ler­dings in­zwi­schen so schwach, dass ich, wenn ich ei­ne hal­be Mi­nu­te auf­recht im Bett saß, ohn­mäch­tig wur­de.

Und dann ha­ben Sie die Che­mo­the­ra­pie ge­macht?

Ja. Ich ha­be mir den gan­zen Tag ge­sagt: „Die Che­mo tö­tet nur die Leuk­ä­mie, al­les an­de­re schwit­ze ich aus.“ Ich ha­be in je­der Nacht sie­ben Schlaf­an­zü­ge durch­ge­schwitzt. Und ich hat­te noch ver­hält­nis­mä­ßig we­nig Ne­ben­wir­kun­gen, an­de­re ha­ben da ei­nen künst­li­chen Darm­aus­gang be­kom­men, al­so, was da al­les ab­ging … Ob­wohl es mir na­tür­lich be­schis­sen ging, ging es mir an sich noch blen­dend.

Sie ha­ben sich al­so ge­zwun­gen, um je­den Preis po­si­tiv zu den­ken.


Wenn du es schaffst, egal in wel­cher Si­tua­ti­on du bist, die­se Si­tua­ti­on an­zu­neh­men und kein Op­fer mehr zu sein, hast du dein Schick­sal wie­der in der Hand. Zur sel­ben Zeit war da­mals der Krieg in Tsche­t­sche­ni­en. Und ich ha­be mir ge­d­acht: „Mensch, mir geh­t’s blen­dend. Die wer­den zu­sam­men­ge­schos­sen, und ich ha­be ein Dach über dem Kopf und et­was zu es­sen. Al­so, was will ich mich be­k­la­gen.“ Na­tür­lich ging es mir schlecht und na­tür­lich hät­te ich ne­ga­tiv sein und auf­ge­ben kön­nen, aber ich ha­be es mir nicht er­laubt. Ich wuss­te, je­der ne­ga­ti­ve Ge­dan­ke kann mei­nen Tod be­deu­ten. Ich war echt ei­sern. Ent­we­der du gibst auf oder du kämpfst.

Was ist Ih­rer Mei­nung nach der Sinn des Le­bens?

Ich glau­be, wir sind hier auf der Er­de, um die­ses Dua­li­täts­spiel zu spie­len. Als wir durch den Schlei­er ge­fal­len sind, ha­ben wir al­les ver­ges­sen. Ab­so­lu­te Am­ne­sie. Aber dann, auf­grund der Le­ben, durch die wir ge­hen, wa­chen wir Stück für Stück mehr auf. Es geht dar­um, zu er­ken­nen, dass wir ei­gent­lich Got­tes­fun­ken sind und dass wir all die Ga­ben der gro­ßen Meis­ter in uns ha­ben. So ab­surd das klin­gen mag: Wir le­ben in ei­ner Zeit wie Har­ry Pot­ter. Das Licht und das Dun­kel kämp­fen. Als ich den fünf­ten Band von Har­ry Pot­ter ge­le­sen ha­be, war ich drei Ta­ge lang völ­lig fer­tig. Ich be­kam dann die In­for­ma­ti­on, dass das sym­bo­lisch für den Zu­stand der Welt steht. Wir be­fin­den uns in ei­nem Kampf zwi­schen Licht und Dun­kel, und je mehr Men­schen auf­wa­chen, um­so mehr scheint Licht auf das Dun­kel, das hei­ßt, auch das Dun­kel wird mehr und mehr ent­hüllt. Des­we­gen le­ben wir in ei­ner so kras­sen Zeit.

Al­so: Al­les Ver­dräng­te kommt jetzt ans Licht …

Ab­so­lut, die Schat­ten. Und die En­gel sa­gen in­ter­es­san­ter­wei­se das­sel­be wie C. G. Jung: dass wir nur „ganz“ wer­den, wenn wir un­se­re Schat­ten ak­zep­tie­ren. Ganz vie­le Leu­te, die über En­gel re­den, las­sen die Schat­ten weg. Und das funk­tio­niert nicht. Wenn die Men­schen im­mer mehr ins Licht kom­men, ge­win­nen Sie zu­neh­mend Er­kennt­nis­se. Aber gleich­zei­tig kommt auch im­mer mehr Ego raus. Das ist ganz lo­gisch. Denn da­durch, dass das Licht stär­ker wird, kommt auch al­les, was ver­drängt ist, ans Ta­ges­licht. Das Licht be­leuch­tet die Schat­ten. Das hei­ßt, es muss dir klar sein: Wenn du be­ginnst, tie­fer zu ge­hen – oder hö­her –, wirst du gleich­zei­tig mit al­lem kon­fron­tiert, was in dir noch nicht ge­heilt ist. Im­mer mehr, im­mer kras­ser. Wenn wir Ver­än­de­rung in der Welt wol­len – wie soll das funk­tio­nie­ren, wenn nicht vor­her al­les auf­ge­deckt wird, was nicht in Ord­nung ist? Wie ei­ne Leh­re­rin von mir so schön ge­sagt hat: „Wir sind nicht Licht und Dun­kel, son­dern Schat­tie­run­gen aus Licht.“ Wir sind al­les. Ab­so­lut al­les. Und nur wenn wir an­er­ken­nen, dass wir auch Mör­der sind, kön­nen wir Lie­be sein. Ich weiß, das ist sehr pro­vo­ka­tiv, aber ich bin pro­vo­ka­tiv. Ich sa­ge ganz ehr­lich: Wenn je­mand mei­ne Liebs­ten an­greift, dann grei­fe auch ich zur Waf­fe. Ob­wohl ich sonst der ab­so­lu­te Pa­zi­fist bin. Ich weiß nicht, was ich tun wür­de, wenn mir je­mand ei­ne Pis­to­le vor die Na­se hält, ich bin nicht Je­sus Chris­tus. Und ich weiß auch nicht, ob Chris­tus da­s­te­hen und „Peace“ sa­gen wür­de, wenn es um Ma­ria Mag­da­le­na oder sonst je­man­den ge­hen wür­de.

Gibt es Me­tho­den, die Sie Leu­ten, die En­geln ge­gen­über auf­ge­sch­los­sen sind, emp­feh­len wür­den?


Man kann ganz gut am Mor­gen mit den En­geln me­di­tie­ren. Es gibt drei, die da­für pri­ma sind: Erz­en­gel Cha­mu­el für das Hei­len der Her­z­e­ner­gie und die Selbst­lie­be, Erz­en­gel Jo­phiel ist ver­bun­den mit dem Hö­he­ren Her­zen, was be­din­gungs­lo­se Lie­be und Nicht-Ur­tei­len be­inhal­tet, und Ha­dra­ni­el ist der En­gel der Lie­be. Wenn man sich auf de­ren Fre­quenz be­gibt, dann hilft das un­ge­mein. Und dann kann man die­se Lie­be vor­aus­schi­cken für den Tag. Man kann es/sie zu je­der Per­son, der man be­geg­nen wird, im Vor­aus schi­cken. Und das wird den ge­sam­ten Tag ver­än­dern. Erst­ver­öf­f­ent­li­chung in der Zeit­schrift SEIN im De­zem­ber 2011.


Buch­tipp  ISA­BEL­LE VON FAL­LOIS: Die hei­len­de Kraft dei­ner En­gel. Den ei­ge­nen Weg ge­hen und die Le­bens­träu­me ver­wirk­li­chen • Ko­ha 2011, geb., 208 Sei­ten, 16,99 Eu­ro   

 

Quelle: KGS Hamburg Magazin (03/2012)