Wir verwenden Cookies, um die Zugriffe auf unserer Website zu analysieren und statistische Auswertungen vornehmen zu können.
Durch die Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies laut unserer Datenschutzerklärung zu.
Du kannst der Nutzung von Cookies jederzeit HIER widersprechen.
INSPIRATION FÜR KÖRPER, GEIST UND SEELE                
Startseite Newsletter Impressum & Datenschutz English

KGS Hamburg Magazin Artikel (Februar 2016)

„Wir sind al­le eins“

"Will­kom­men im Club" heißt es im Fe­bru­ar wie­der, wenn der Schot­te Kyle Gray in Ham­burg zu ei­nem Tref­fen mit den En­geln ein­lädt. Der jun­ge Wil­de un­ter den En­gel­me­di­en hat den "An­gel Club" vor ei­ni­gen Jah­ren in Glas­gow eta­bliert und auch in un­se­rer Han­se­stadt fin­den seit Herbst 2015 vier­tel­jähr­li­che Tref­fen statt.

Für Kyle Gray gehö­ren En­gel und Me­di­ta­ti­on zum täg­li­chen Le­ben. Den En­geln be­geg­ne­te er schon als klei­ner Jun­ge, mit Me­di­ta­ti­on kam er in der Schu­le durch sei­nen Re­li­gi­ons­leh­rer in Kon­takt, der be­geis­ter­ter An­hän­ger des Bud­dhis­mus war.

Als 15-jäh­ri­ger Teen­a­ger me­di­tier­te Kyle täg­lich - manch­mal stun­den­lang. Das klingt für ei­nen Ju­gend­li­chen nicht be­son­ders cool, aber ge­nau das ist Kyle Gray: Er ist cool, vol­ler Lei­den­schaft für das, was er tut, und selbst in sei­nen kur­zen Vi­deo­clips im In­ter­net sind sei­ne Lie­be und sein Mit­ge­fühl für an­de­re Men­schen, de­nen er ein Le­ben in der be­din­gungs­lo­sen Lie­be der En­gel na­he­brin­gen möch­te, zu spü­ren.

In Glas­gow hat der En­gel­flüs­te­rer ein Me­di­ta­ti­ons­zen­trum eröff­net, The Zen Den. Hier fin­den Me­di­ta­ti­ons- und Yo­ga­k­las­sen statt - und da­mit sich die Kur­se ge­schmei­dig in den All­tag in­te­grie­ren, un­ter an­de­rem zur Mit­tags­zeit. Die Gra­ti­tu­de Me­di­ta­ti­on (Dank­bar­keits­me­di­ta­ti­on) zur Lunch­ti­me dau­ert ei­ne hal­be Stun­de und ist die per­fek­te Ge­le­gen­heit, sich zu sam­meln, das ei­ge­ne Zen­trum zu fin­den und in der Ge­gen­wart an­zu­kom­men. Ein Kurs mit dem schö­nen Ti­tel "Hea­vi­ly Me­di­ta­ted" lädt al­le Me­di­tie­ren­den ein, die es wirk­lich wis­sen wol­len: Al­le 14 Ta­ge sams­tags fin­det die­ses 90-minü­ti­ge Tref­fen statt, in dem die ei­ge­ne Me­di­ta­ti­ons­pra­xis ver­tieft wer­den kann.

Kyle Gray will an­de­ren Men­schen den Zu­gang zu Me­di­ta­ti­on, Yo­ga und/oder den En­geln leicht ma­chen und gleich­zei­tig mit de­nen, die es möch­ten, tie­fer in die Er­fah­rung der Welt ein­s­tei­gen, die jen­seits der fass­ba­ren Form liegt.

Denn der Blick nach in­nen ist das, was es braucht, um sich an die Lie­be des Uni­ver­sums an­zu­schließen be­zie­hungs­wei­se zu er­fah­ren, dass wir ge­nau das selbst sind: die all­um­fas­sen­de Lie­be und Teil des großen Gan­zen. Und eben­so wie wir gehö­ren auch die En­gel zu die­sem Ei­nen. Wenn wir sie se­hen, spü­ren und ih­re gren­zen­lo­se Lie­be er­fah­ren möch­ten, brau­chen wir nur die Au­gen zu schließen und nach in­nen zu schau­en. Kyle Gray: "Die En­gel sind Teil der glei­chen Ganz­heit wie wir. Sie kom­men von der­sel­ben Quel­le wie wir. Wir al­le (du, ich, die En­gel) sind eins. Sie er­sch­ei­nen nur ge­trennt von uns (so wie du und ich ge­trennt er­sch­ei­nen), aber in der höchs­ten Wahr­heit sind wir al­le eins."

Kyle, in den fünf Jah­ren seit Be­ginn des "An­gel Clubs" sind die Teil­neh­mer­zah­len stei­gend. War­um, glaubst du, kom­men im­mer mehr Men­schen zu die­sen Tref­fen in der En­er­gie der be­din­gungs­lo­sen Lie­be der En­gel zu­sam­men? Was pas­siert bei die­sen Tref­fen?

Ich glau­be ganz ehr­lich, dass die En­gel uns "re­kru­tie­ren". Ich bin si­cher, dass die­se un­glaub­li­chen We­sen ein Si­gnal aus­ge­sandt ha­ben, um die Welt wie­der zu Frie­den und Lie­be zu­rück­zu­brin­gen. Und ich glau­be, dass al­le die­je­ni­gen, die in die Welt der En­gel ein­ge­taucht sind, die­sen Ruf be­ant­wor­ten.

Mei­ne Vi­si­on war es, mit dem "An­gel Club" ei­nen Raum zu schaf­fen, in dem Gleich­ge­sinn­te zu­sam­men­kom­men kön­nen, oh­ne Angst da­vor ha­ben zu müs­sen, für ih­re Über­zeu­gun­gen ver­ur­teilt oder lächer­lich ge­macht zu wer­den. Es ist ge­ra­de mal un­ge­fähr 60 Jah­re her, dass me­di­al ver­an­lag­te Men­schen in Großbri­tan­ni­en als He­xen - und ich mei­ne nicht die mo­der­nen weißen He­xen - ver­folgt und für ih­ren Glau­ben und ih­re Prak­ti­ken ver­teu­felt wur­den. Des­halb ist es ein wah­rer Se­gen, sich mit so vie­len En­gel­freun­den tref­fen und in ei­nem si­che­ren Rah­men un­se­re spi­ri­tu­el­le Pra­xis ze­le­brie­ren zu kön­nen.

Was in den Tref­fen pas­siert? Wir sp­re­chen über spi­ri­tu­el­le The­men, ver­bin­den uns in Ge­be­ten und Me­di­ta­tio­nen mit den En­geln und wach­sen ge­mein­sam.

In ei­ner Bot­schaft an dei­ne Freun­de und "fol­lo­wer" im In­ter­net hast du dar­über ge­s­pro­chen, wie du seit ei­ni­ger Zeit die En­gel und ih­re en­er­ge­ti­sche Er­sch­ei­nung neu wahr­nimmst, weil du er­kannt hast, dass sie Teil des glei­chen großen Gan­zen sind wie wir. Kannst du da­zu bit­te et­was sa­gen?

Das hat das Spiel für mich tatsäch­lich kom­plett ver­än­dert. Ich bin aus­ge­bil­det als tra­di­tio­nel­ler spi­ri­tis­ti­scher Hell­se­her und ha­be die En­gel im­mer als phy­si­sche Er­sch­ei­nung wahr­ge­nom­men - manch­mal tue ich das im­mer noch. Aber nach­dem ich in­ten­siv Yo­ga und öst­li­che Phi­lo­so­phie stu­diert und ei­ne Men­ge über Phy­sik ge­le­sen ha­be, ha­be ich an­ge­fan­gen zu ver­s­te­hen, dass al­les in die­ser Welt - auch wenn wir sie als re­al se­hen - aus En­er­gie be­steht, und En­er­gie hat letz­ten En­des kei­ne Form. Wir sind al­le eins, das ist mir ganz klar ge­wor­den, und nicht nur be­wegt sich das Uni­ver­sum durch uns, son­dern wir sind Teil da­von.

Durch die­se Er­kennt­nis ha­be ich auch ver­s­tan­den, dass ich - wenn ich mei­ne En­gel wirk­lich ken­nen­ler­nen möch­te - auf­hö­ren muss, außer­halb von mir zu su­chen. Die Ver­bin­dung mit ih­nen fin­det in mir statt!

Al­le spi­ri­tu­el­len Leh­ren ha­ben den glei­chen Kern: WIR SIND AL­LE EINS. Das schließt auch die En­gel mit ein. Wenn wir eins sind, sind wir Teil von ih­nen und sie sind Teil von uns.

Ü­be­r­all auf die­sem Pla­ne­ten fin­den krie­ge­ri­sche Kon­flik­te statt. Kön­nen wir die Welt bes­ser ma­chen und hast du ganz prak­ti­sche Vor­schlä­ge, wie wir da­mit an­fan­gen kön­nen?

Ich bin si­cher, dass vie­le Le­ser im­mer wie­der die Zahl 11.11 auf ih­rer Uhr er­sch­ei­nen se­hen. Ich glau­be, das ist ei­ne Bot­schaft des Him­mels, die uns sagt: Wir sind al­le eins. Das be­deu­tet, je­des Ver­hal­ten ge­genüber an­de­ren Men­schen, ge­genüber Tie­ren und Pflan­zen fällt im­mer auf uns selbst zu­rück. Al­lein aus die­sem Grund bin ich über­zeugt, dass je­de Ver­än­de­rung, die wir in Lie­be be­wir­ken wol­len, bei uns selbst be­gin­nen muss. Wir müs­sen mit den Kon­flik­ten in un­se­rem Le­ben und mit den Men­schen, die uns ver­letzt ha­ben oder die wir ver­letzt ha­ben, Frie­den schließen. Wir müs­sen an­de­ren Freund­lich­keit ent­ge­gen­brin­gen, auf je­de uns mög­li­che Wei­se. Ich sa­ge oft: Um En­gel zu se­hen, musst du ein En­gel sein.

Wenn wir mit­ten in ei­nem Kon­flikt oder Streit ste­cken, ist es schwie­rig zu ak­zep­tie­ren, dass wir al­le eins sind. Wie kön­nen wir an­fan­gen, un­se­re "Fein­de" zu lie­ben?

In Ein Kurs in Wun­dern heißt es: Wenn wir Frie­den er­fah­ren wol­len, müs­sen wir je­de Vor­s­tel­lung von Kon­flikt auf­ge­ben. Das be­deu­tet, schon wenn wir den Be­griff "Feind" ver­wen­den, er­ken­nen wir ei­nen Kon­flikt als re­al an. In Wahr­heit er­schaf­fen wir uns un­se­re Welt. Und ja: Wir sind al­le Men­schen - das heißt, wir sind nicht per­fekt und es wird im­mer Zei­ten ge­ben, in de­nen wir nicht an dem, was in der Welt pas­siert, vor­bei­se­hen kön­nen.

Wenn je­mand et­was tut, das mich ver­letzt, ist es gut mich zu er­in­nern, dass er das tut, weil er ei­ne Ver­let­zung in sich trägt, die er nicht mehr füh­len will. Er glaubt, sein Schmerz gin­ge weg, wenn er ihn auf mich über­trägt - aber das funk­tio­niert nicht. Dann stel­le ich ihn mir als rei­ne See­le vor - auch wenn er selbst das ge­ra­de nicht kann. Ich stel­le mir vor, dass En­gel sei­ne Stirn küs­sen und die An­span­nung von ihm weg­neh­men, so dass er den Frie­den fin­det, den er ver­dient.

In mei­nem letz­ten Work­shop zum The­ma Ver­ge­bung in Ham­burg hat­ten wir ein ähn­li­ches Ge­spräch. Wir wa­ren uns dar­über ei­nig, dass wir mit ei­nem An­griff auf ei­ne an­de­re Per­son mit Ge­dan­ken, Wor­ten oder Ta­ten gleich­zei­tig ak­zep­tie­ren, selbst ge­nau­so an­ge­grif­fen und ver­letzt wer­den zu kön­nen. Das ist Grund ge­nug, das Feu­er ein­zu­s­tel­len!

Hast du für die Zu­kunft neue Pro­jek­te ge­plant?

Ja - ich freue mich sehr, dass die eng­li­sche Aus­ga­be mei­nes nächs­ten Bu­ches, Rai­se Your Vi­bra­ti­on, im März 2016 er­scheint, und ich ha­be schon fünf wei­te­re Bücher in Pla­nung, dar­un­ter ei­nes über hei­li­ge Ze­re­mo­ni­en mit den En­geln. Ich freue mich dar­auf, das zu schrei­ben, und wer­de in der nächs­ten Zu­kunft in mei­nen Work­shops sol­che hei­li­gen Ze­re­mo­ni­en ab­hal­ten.

Ich will in die­sem Jahr et­was we­ni­ger rei­sen, aber es fin­den trotz­dem ei­ni­ge coo­le Events statt - auch in Deutsch­land! Ich lie­be Ham­burg sehr!

Wür­dest du un­se­ren Le­sern noch ei­ne Bot­schaft mit auf den Weg ge­ben? Wie kön­nen wir mit Her­aus­for­de­run­gen um­ge­hen und gleich­zei­tig Spaß am Le­ben ha­ben?

Ja, klar! Al­so: Po­si­ti­ves Den­ken funk­tio­niert nicht. Ich weiß, das klingt frech, aber es ist so. Es be­deu­tet nur, dass wir uns belü­gen, in­dem wir ver­su­chen, ei­nen neu­en Ge­dan­ken zu kre­ie­ren, ob­wohl wir et­was völ­lig an­de­res füh­len. Die Bud­dhis­ten ha­ben recht, wenn sie sa­gen, um Lei­den zu über­win­den, müs­sen wir es zu­n­ächst er­ken­nen. Wenn du vor ei­ner Her­aus­for­de­rung stehst, ist der bes­te Weg, sie zu über­win­den, die Ge­füh­le zu füh­len, die da sind, die Her­aus­for­de­rung und die Frus­tra­ti­on zu er­ken­nen und dann be­reit zu sein, dar­über hin­aus­zu­ge­hen. Wenn wir un­se­re Ge­füh­le wirk­lich ken­nen und dem ver­trau­en, was wir füh­len, und ehr­lich da­mit sind - dann er­fah­ren wir uns selbst auf ei­ner tie­fe­ren Ebe­ne. Wenn wir un­se­re in­ne­re Stim­me ken­nen, kön­nen wir die gött­li­che Füh­rung und die Stim­me ei­nes En­gels er­ken­nen, wenn sie sich zei­gen.

Wenn du al­so vor ei­ner Her­aus­for­de­rung stehst, dann sa­ge:

Ich er­ken­ne die­se Her­aus­for­de­rung und eh­re die Ge­füh­le, die sie heu­te in mir an die Ober­fläche bringt.


At­me und füh­le.

Dann sa­ge: Ich bin jetzt be­reit, über die Be­gren­zung hin­aus­zu­ge­hen und mich von den En­geln des gött­li­chen Lichts in den Frie­den füh­ren zu las­sen, den ich ver­die­ne. Dan­ke, En­gel!


(In­ter­view und Text: Mo­ni­ka Knapp)

 

Quelle: KGS Hamburg Magazin (2/2016)