HELLSINNE & MEDIALITÄT
Pascal Voggenhuber

Lieber Pascal, du bist eins der bekanntesten deutschsprachigen Medien, wann hast du selbst zum ersten Mal gespürt, dass deine Wahrnehmung anders oder intensiver ist als die vieler anderer Menschen?
Also rückblickend kann ich sagen: Das erste Mal, als ich etwas wahrgenommen habe, bei dem ich dachte, dass etwas nicht stimmt, war mit drei Jahren, als ich das erste Mal einen Verstorbenen gesehen habe und ich dann meiner Mutter gesagt habe, dass hier ein Mann im Treppenhaus steht. Sie sagte damals zu mir, dass ich träume, dass das nicht real ist.
Ich kann mich heute noch gut daran erinnern, obwohl ich erst drei Jahre alt war. Ich empfand es damals als sehr eigenartig, dass meine Mutter sagte, ich träume, obwohl ich wach war und mit ihr gesprochen habe. Später wurde mir in meinen frühen Jugendjahren, so ab 13, 14 Jahren, bewusst, dass meine Wahrnehmungen nicht normal sind.
Wann hast du damit angefangen, mit deiner Wahrnehmung, deinen Hellsinnen und deiner Medialität zu arbeiten?
Eigentlich wollte ich nie Medium werden und damit arbeiten. Ich ging eigentlich nur in die mediale Ausbildung, um das Ganze kontrollieren zu lernen. Doch während ich in der Ausbildung war, starb mein Vater. Mein damaliger Lehrer gab mir dann einen Jenseitskontakt zu meinem Vater. Das hat mir so unglaublich gut getan, dass ich mich ab diesem Zeitpunkt entschieden habe: Wenn ich dieses Talent schon habe, möchte ich es nutzen, um auch anderen Menschen zu helfen, dass sie dieselbe schöne, positive Erfahrung machen können, wie ich sie damals gemacht habe. Das war eine Entscheidung. Da war für mich das Ziel klar, dass ich das für die Menschen anbieten möchte.
Was fasziniert dich persönlich bis heute am meisten an der medialen Arbeit und der Geisten Welt?
Am meisten fasziniert mich, vor allem wenn man mit Geistführern zusammenarbeitet, wie liebevoll und unterstützend die Geistige Welt ist und, dass sie einfach immer positiv ist. Auch wenn man mal in seinem Leben nicht weiterweiß, verurteilen sie einen nie oder machen Druck, sondern sind einfach diese liebevolle, kraftvolle Präsenz. Das fasziniert mich eigentlich am meisten.
Das Schönste ist, finde ich, zu sehen, dass es allen Verstorbenen in der Geistigen Welt wirklich gut geht. Dass sie keinen Schmerz, kein Leid empfinden oder frei sind, von den Dingen, die sie vielleicht in ihrem Leben mit sich herumgetragen haben.
Was war eine besonders berührende Erfahrung mit der Geistigen Welt und was hast du dabei über das Leben gelernt?
Ich habe ganz viele berührende Begegnungen erlebt, aber es gibt eine Begegnung, die mich bis heute immer noch sehr berührt: Wir bekamen einen Anruf im Büro, dass ein junges Mädchen – damals hatte ich schon sechs Jahre Wartezeit – unbedingt einen Jenseitskontakt wollte. Und zwar nicht, weil sie irgendetwas verarbeiten wollte, sondern weil sie die Diagnose bekommen hatte, dass sie eine unheilbare Krankheit hat und in den nächsten Monaten sterben muss. Sie hatte so unglaubliche Angst vor dem Tod und wollte gerne einen Jenseitskontakt von mir bekommen, um zu wissen, dass sie nicht wirklich stirbt, sondern dass ihr Leben weitergeht.
Ich war damals selbst erst 27 oder 28, ich weiß es nicht mehr genau. Eine junge Frau, die nur ein paar Jahre jünger war, kam mit dieser tödlichen Diagnose in die Sitzung. Ich gab ihr einen Jenseitskontakt, einen normalen Jenseitskontakt, nichts Spezielles, zu ihrer verstorbenen Großmutter. Am Schluss hat sie mich angeschaut und gesagt: „Danke, jetzt weiß ich, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, nun kann ich in Ruhe loslassen und gehen.“
Diese Worte haben mich sehr berührt. Drei Tage später hat ihre Mutter uns geschrieben und uns erzählt, dass ihre Tochter gestorben ist. Sie wollte sich nochmals bedanken, weil sie vorher die Ruhe finden konnte. Das ist jetzt schon sehr lange her, aber es berührt mich immer noch.
Das klingt sehr berührend, vielen Dank für das Teilen. In deiner Arbeit begegnen dir sicherlich oft tiefe und emotionale Themen. Welche Bedeutung hat Humor für dich dabei im alltäglichen Umgang?
Humor ist für mich sehr wichtig in meiner Arbeit. Die Geistige Welt ist extrem humorvoll, und ich habe gemerkt, dass viele Menschen es besser annehmen können und wieder mehr Spaß an der Spiritualität bekommen, wenn man diese schweren Themen humorvoll mit einem Augenzwinkern weitergibt.
Für einige ist mein Humor zu viel, aber da gibt es genügend andere Speaker und Lehrer, die das Ganze sehr seriös und weniger lustig näherbringen. Ich konzentriere mich eher auf die Menschen, die einen spaßigen Weg gehen wollen. Das ist etwas, was ich von der Geistigen Welt gelernt habe: Fast jeder Verstorbene sagt, wenn er etwas zu Lebzeiten hätte ändern können, würde er das Leben leichter nehmen, mehr Lachen und mehr Humor in sein Leben lassen. Danach probiere ich zu leben.
Du sprichst in deinem Wirken auch viel über die Kraft der Intuition. Wie würdest du Intuition beschreiben und welche Rolle spielt sie für dich im Alltag?
Also, meine Intuition ist eigentlich mein Bauchgefühl, und dieses spielt eine enorm wichtige Rolle in meinem Alltag, vor allem auch im geschäftlichen Bereich. Wenn ich Angebote bekomme oder auch, wenn ich neue Menschen treffe, achte ich immer darauf, was meine Intuition mir sagt, ob meine Intuition mir hier ein Ja oder ein Nein gibt. Ich bin jemand, der sehr stark im Alltag auf sein Bauchgefühl, auf seine Intuition und natürlich auch auf das hört, was mir meine Geistführer sagen.
Warum vertrauen viele Menschen deiner Meinung nach äußeren Fakten oft schneller als ihrer eigenen Intuition?
Das hat meiner Meinung nach einfach auch etwas mit unserer Erziehung zu tun. Wenn man zum Beispiel sagt, dass man etwas nicht tun möchte, und die Begründung ist: „Das sagt mir mein Bauchgefühl“, dann sagt das Gegenüber natürlich oft: „Das ist keine gute Begründung.“ Da setzen wir uns dann oft selbst unter Druck, dass wir eine gute Begründung abgeben müssen.
Ich kenne das selbst. Ich habe vor zwei, drei Jahren ein Angebot von einem Veranstalter bekommen und alles hat sich toll angefühlt und angehört. Wir haben dann beschlossen, eine größere Zusammenarbeit zu starten. Als ich den Call beendete, habe ich gemerkt, dass sich mein Bauch nicht zu 100 % gut dabei anfühlte. Ich konnte aber nicht sagen, was es genau war. Das Gespräch war nett und geschäftlich gesehen war alles rein und gut. Aber mein Bauchgefühl war schlecht.
Ich habe mich dann natürlich gefragt, wie ich ihnen klarmachen sollte, dass ich nun doch nicht mit ihnen zusammenarbeiten möchte, denn ich hatte ja keine Begründung. Nach einiger Überlegung habe ich dann beschlossen, nochmals um ein Gespräch zu bitten, und war dann einfach sehr ehrlich: „Es hört sich alles sehr gut an, aber mein Bauchgefühl sagt einfach irgendwie nein. Und ich könnte euch jetzt irgendeine Erklärung geben, irgendwas aus der Nase ziehen, warum. Doch das wäre nicht richtig, weil ich keine Erklärung habe. Es ist lediglich mein Bauchgefühl.“ Man hat dann die Zusammenarbeit nicht gemacht.
Und das Spannende war für mich: Ein Jahr später wusste ich genau, warum ich es nicht gemacht hatte. Aber in dem Moment war es nur mein Gefühl und ich habe diesem Gefühl einfach vertraut. Ich könnte da jetzt Hunderte solcher Beispiele nennen. Aber ich bemerke auch immer wieder, dass ich etwas begründen möchte, obwohl ich es manchmal gar nicht logisch begründen kann. Und das ist der größte Fehler, den wir machen.
Wie stark beeinflussen persönliche Erwartungen das, was Menschen spüren oder wahrnehmen?
Die persönliche Erwartung beeinflusst enorm das, was wir wahrnehmen und sehen, gerade dann, wenn wir nicht sauber geschult sind. Deswegen ist es für mich sehr wichtig, dass man eine saubere Ausbildung hat. Ich kann das hier mit gutem Gewissen sagen, weil ich selbst keine Ausbildung mehr gebe und es nicht meine Motivation ist, Ausbildungen zu verkaufen.
Wenn man keine Ausbildung hat, muss man vor allem einfach seine Themen sehr gut kennen. Wenn jemand zum Beispiel sehr eifersüchtig ist, wird er nie ein zuverlässiger Kanal sein, wenn es um das Thema Eifersucht geht. Wenn jemand sehr ängstlich ist, wird er nie ein zuverlässiger Kanal sein, wenn es um Ängste geht. Außer er hat sehr stark an diesen Themen, gearbeitet und erkennt sie.
Hast du auch manchmal noch Zweifel, ob deine Intuition zu dir spricht oder ob die Botschaften aus eigenen Erwartungen oder dem Ego entspringen?
Ja, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich diesen Zweifel nicht kenne. Natürlich kenne ich diesen Zweifel. Gerade wenn es um meine Themen und mich geht und ich selbst sehr emotional in einem Thema drin bin, ist es für mich trotz über acht Jahren Ausbildung und über 25 Jahren Erfahrung als professionelles Medium unglaublich schwierig, da manchmal klar zu unterscheiden, was meine Botschaft ist, was meine Erwartung ist oder auch was mein Ego ist.
Aber es gibt da ein paar Tools, wie ich mit den Geistführern arbeiten kann, ohne dass mir das in den Weg kommt. Wenn etwas sehr wichtig ist, bitte ich eine außenstehende Person, mir dabei zu helfen, die Dinge klarer zu erkennen. Da diese Person nicht selbst betroffen oder involviert ist, kann sie häufig unvoreingenommener auf eine Situation blicken und Aspekte erkennen, die einem selbst entgehen. Wichtig ist dabei, Menschen oder Medien zu kontaktieren, die sorgfältig arbeiten und eine gute Ausbildung haben. Einige meiner ehemaligen Schüler sind heute beispielsweise als solche Medien tätig.
Was kann uns dabei unterstützen, den Unterschied zwischen echter innerer Wahrnehmung und emotionalen Bedürfnissen, bzw Wunschdenken oder Projektion zu erkennen?
Ich glaube, das ist eine der größten Herausforderungen für jeden Menschen: zu unterscheiden, was eine echte, außersinnliche Wahrnehmung ist, was Wunschdenken oder was Projektion ist. Vereinfacht gesagt ist es wichtig und auch unerlässlich, die eigene außersinnliche Wahrnehmung zu schulen und zu trainieren, wenn man mit ihr arbeiten will. Nur so kann man das Wunschdenken und die eigenen Muster und Vorurteile erkennen, sie vielleicht auflösen, oder sie zumindest so neutralisieren, dass sie einem nicht mehr im Weg stehen.
Eine einfache Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung zu schulen, ist, zu beobachten, wie sich die Eingebungen anfühlen. Denn echte, außersinnliche Wahrnehmung ist immer schnell. Es sind Blitzgedanken, Blitzeingebungen, schnelle Bilder. Es sind keine langen Filme, die sich vor dem inneren Auge hin und her bewegen. Und vor allem: Echte Wahrnehmung ist immer emotionslos. Das bedeutet, während ich die Informationen bekomme, ist keine Emotion dabei, keine Angst, keine Sorge, gar nichts. Es ist sehr, sehr neutral.
Es ist schwierig, das Ganze mit Worten zu erklären. Deswegen empfehle ich immer: Wenn jemand wirklich mit seiner außersinnlichen Wahrnehmung arbeiten möchte, lohnt es sich, diese gut zu schulen, damit man nicht in den eigenen Fantasien herumträumt. Das passiert leider sehr, sehr vielen.
»Viele Menschen denken, es ist eine Gabe, und entweder man hat das Talent dazu oder man hat es nicht. Und das ist absolut falsch, denn jeder Mensch hat das Talent dazu, es muss nur trainiert werden.«
Kann denn jeder Mensch seine Hellsinne entwickeln oder gibt es da aus deiner Sicht Unterschiede?
Grundsätzlich kann jeder seine Hellsinne aktivieren und entwickeln. Aber es ist wie bei allem: Wenn jemand keine Freude daran hat, und nicht gewillt ist, auch regelmäßig zu üben und zu trainieren, dann macht es oft keinen Sinn. Aber möglich wäre es, und generell habe ich auch noch niemanden erlebt, der seine Hellsinne nicht entwickeln konnte, aber der eine ist schneller und der andere braucht mehr Zeit.
Aus meiner Sicht braucht es dafür auch keine besondere Veranlagung, sondern es braucht Menschen, die wirklich gewillt sind, Übungen zu machen und an sich selbst zu arbeiten. Und das kann grundsätzlich jeder. Wichtig ist, dass man hier gute Übungen hat, die wirklich funktionieren.
Hast du da direkt eine einfache Übung, mit der man beginnen kann, seine Wahrnehmung oder auch seine Intuition zu schulen?
Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber die einfachste Übung ist, sich immer wieder bewusst zu machen, dass wir ein Bauchgefühl haben. Immer wieder im Alltag darauf achten: Wie fühlt sich meine Intuition, mein Bauchgefühl an? Fühlt sich das Gespräch, in dem ich gerade bin, gut an, leicht an? Was sagt mir mein Bauch? Oder sagt meine Intuition: „Ich will hier weg, ich will hier verschwinden.“ Wenn wir uns das im Alltag immer wieder fragen , trainieren wir bewusst die Intuition und lernen, bewusst wahrzunehmen, was unser Bauchgefühl sowieso ständig wahrnimmt.
Wie lange sollte man sich Zeit geben, seine Hellsinne zu trainieren, um einen Zugang zu erfahren? Und wie wichtig ist dabei eine konstante Praxis?
Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Es kommt immer darauf an, wie viele Muster und Themen jemand mitbringt. Im Schnitt kann man schon nach ein paar Monaten Training die ersten massiven Fortschritte sehen, oft bereits nach wenigen Wochen. Ich erlebe es auch immer wieder an den Wochenendseminaren, dass die Menschen da schon unglaubliche Fortschritte machen.
Doch der Unterschied liegt hier: Brauche ich die Dinge für meinen Alltag, einfach so für mich selbst? Dann reicht schon oft ein Training von wenigen Wochen. Oder möchte ich das professionell anbieten? Dann empfehle ich immer eine Ausbildung. Eine gute Ausbildung dauert zwischen fünf und acht Jahren. Die konstante Übung ist hier enorm wichtig, gerade am Anfang in den ersten paar Monaten.
Doch auch bei mir ist es so: Wenn ich zum Beispiel längere Zeit – ich gebe ja keine Einzelberatung mehr – keine Jenseitskontakte mehr mache, muss ich zuerst mal wieder ein, zwei Kontakte machen, damit ich wieder die volle Leistung bringen kann. Es ist ein bisschen wie Skifahren. Wenn man es mal konnte, kommt man sehr schnell wieder rein, aber man rostet ein bisschen ein.
Gibt es auch innere Blockaden, die den Zugang zu den Hellsinnen erschweren können?
Ja, es gibt einige Blockaden, die den Zugang zu den Hellsinnen erschweren können, aber das ist sehr individuell. Vereinfacht könnte man sagen: Wenn Menschen Angst vor der Geistigen Welt haben oder Angst vor den Sinnen haben, dann muss man ein bisschen mehr daran arbeiten, bis man die Hellsinne öffnen kann. Doch bis jetzt ist mir noch kein Mensch begegnet, bei dem es nicht möglich war, wenn er das unbedingt wollte.
Was sind typische Missverständnisse, die Menschen über Medialität oder die Hellsinne haben?
Ich glaube, das größte Missverständnis überhaupt in der spirituellen Szene ist: Ich gehe da mal ein Wochenende hin und dann kann ich alles. Und wenn ich das nicht kann, dann bin ich nicht gut genug. Das ist der größte Irrglaube. Wochenendseminare sind dafür da, den Menschen Tools an die Hand zu geben, die sie nachher in ihrem Alltag alleine üben und trainieren können, sodass ihre Sinne gestärkt werden.
Viele Menschen denken, es ist eine Gabe, und entweder man hat das Talent dazu oder man hat es nicht. Und das ist absolut falsch, denn jeder Mensch hat das Talent dazu, es muss nur trainiert werden.
Wie kann man lernen, sensibler für zwischenmenschliche Stimmungen oder unausgesprochene Signale zu werden?
Zuallererst würde ich mal mit einer einfachen Übung beginnen. Immer wenn ich einen Menschen treffe, den ich nicht kenne, achte ich immer zuerst einmal auf mein Bauchgefühl. Fühlt es sich leicht und frei an oder eher drückend und schwer? Und wenn ich das jeden Tag mache, werde ich mit der Zeit immer mehr unterscheiden können, wenn sich jemand schwer anfühlt. Mit der Zeit merke ich dann zum Beispiel: So fühlt sich jemand schwer an, der vielleicht gerade Probleme im Beruf hat oder in der Beziehung oder im Leben allgemein. Also kann ich mit der Zeit die verschiedenen Stimmungen unterscheiden lernen. Das wäre so die erste Übung, mit der ich starten würde.
Kann eine starke Sensitivität im Alltag auch überfordernd sein? Und hat man die Möglichkeit, den Kanal bei Bedarf zu schließen?
Viele Menschen fragen mich immer wieder, wie ich mich vor all den Eindrücken und Einflüssen schützen kann. Gerade bei den Menschen, die in meinen Räumen sind, ist das eine Frage, die häufig kommt. Doch wirklich schützen oder verschließen kann ich mich nicht, aber ich kann lernen, mit den Hellsinnen umzugehen, und dadurch sind sie keine Belastung mehr. Je mehr man lernt, die Sinne bewusst einzusetzen, zu öffnen, zu lenken, umso mehr kann man sich dann auch abgrenzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass man nicht zu einem Ping-Pong-Ball wird inmitten all der Energien, sondern dass man ganz bewusst die Energie bei sich halten kann, ohne dass sie einen irgendwie wegzieht. Sprich, man kann quasi den Kanal ein- und ausschalten.
Was würdest du Menschen sagen, die sich zwischen Rationalität und Spiritualität hin- und hergerissen fühlen?
Ich denke, dann sind sie einfach mit Spiritualität in Berührung gekommen, die nicht bodenständig ist. Die meisten Menschen, die in meinen Seminaren sind, merken, dass Spiritualität etwas ist, was sehr alltagstauglich und eben gar nicht abgehoben oder esoterisch ist. Da würde ich einfach nach jemandem suchen, der mehr zu mir passt und der das ganze Thema geerdeter anschaut.
Welche Bedeutung hat denn Erdung deiner Meinung nach für Menschen, die intensiv mit ihren Hellsinnen arbeiten?
Erdung ist ein sehr, sehr wichtiges Thema. Gerade auch, wenn man total überflutet wird, ist es oft ein Erdungsproblem, das haben auch viele Hochsensible. Hochsensibilität wird heute fast schon verherrlicht in der spirituellen Szene. Es sind sehr empfindsame Menschen, aber vor allem Menschen, denen die Erdung fehlt. Deswegen werden sie zum Spielball der ganzen Energien. Und Erdung ist enorm wichtig.
Hast du besondere Rituale für deine Erdung?
Eine der einfachsten Übungen für Erdung ist das Waldbaden, damit meine ich, einfach im Wald spazieren zu gehen. Meine Frau und ich schauen, dass wir uns mindestens einmal am Tag für eine halbe Stunde oder eine Stunde im Wald aufhalten. Das hat einen enorm erdenden Effekt.
Es gibt auch noch viele andere Dinge, die man für eine gute Erdung tun kann: Man kann die Ernährung anpassen, oder auch Sex zum Beispiel ist sehr erdend. Und natürlich könnte man auch mit Farben arbeiten, aber natürlich können auch Meditationen sehr erdend sein.
Aber das Einfachste ist für mich im Alltag, viel spazierenzugehen und Sport zu machen. Wenn ich merke, dass ich sehr viel geistige Arbeit vor mir habe, dann schaue ich, dass ich die Woche auch zum Beispiel oft im Fitnessstudio bin und einfach viel Sport mache. Sport und Bewegung sind enorm erdend.
Welche Verantwortung im Umgang mit anderen Menschen entsteht, wenn man beginnt, intuitiv oder hellsichtig wahrzunehmen?
Da müssen wir natürlich auch wieder unterscheiden: Mache ich das therapeutisch, dann hat man da enorm viel Verantwortung. Sonst, im normalen Leben, finde ich es einfach spannend, dass, wenn man sehr intuitiv ist, man Menschen schneller richtig einschätzen und ihnen vielleicht auch unbewusst oder bewusst helfen kann, ihren Weg zu finden.
Hast du so etwas wie Richtlinien für den Umgang mit hellsichtigen Wahrnehmungen in Bezug auf andere Menschen?
Ich persönlich würde nie auf der Straße zu irgendwelchen Menschen hingehen und ihnen sagen, was ich sehe. Das sehe ich als enorm unseriös an. Also wenn ich Menschen auf der Straße begegne und Dinge wahrnehme, würde ich wirklich nie einfach so auf sie zugehen. Außer ich werde irgendwie gefragt, aber auch dann entscheide ich immer intuitiv, ob zum Beispiel auf der Straße der richtige Ort ist, um jemandem irgendwelche Botschaften mitzugeben.
Etwas, was ich auch viel gefragt werde, ist, ob ich Menschen einfach so lese, also auch, wenn sie mir einfach so auf der Straße begegnen. Da gebe ich offen und ehrlich zu: Bei allen Menschen, mit denen ich privat oder auch geschäftlich zu tun habe, schaue ich mir immer die Aura an. Der Unterschied ist der: Ich sehe das nicht als unseriös an, weil ich keine Informationen weitergebe und ich auch nicht nach Hause gehen und beispielsweise meiner Frau irgendwelche Informationen über andere Menschen zukommen lassen würde. Diese Informationen bleiben bei mir. Für mich ist es aber immer sehr wichtig, zu wissen, mit wem ich es zu tun habe.
Welche Erfahrungen aus deinen Workshops berühren dich besonders?
Ich liebe es, in Workshops oder eben auch Wochenendseminaren die Entwicklung der Menschen zu sehen. Wenn man ihnen am Anfang begegnet und ihnen bei den ersten Übungen zuschaut, sieht man oft, wie schwer es ihnen vielleicht noch fällt oder wie verunsichert jemand ist. Wenn man dann am Ende eines Seminars dieselben Menschen betrachtet, wie sie schon viel freier und selbstverständlicher ihre Hellsinne einsetzen und benutzen, das finde ich immer besonders berührend.
Wie gehst du damit um, wenn Menschen unbedingt außergewöhnliche Erfahrungen machen wollen?
Ich würde Ihnen sagen: Geduld haben, üben, üben, üben. Mit Druck alleine und mit Wollen kommt man leider nicht weiter.
Was lernen Menschen durch intuitive Arbeit am meisten über sich selbst?
Man lernt sehr schnell seine eigenen Muster und Blockaden kennen, und man spürt natürlich auch sehr schnell, ob man auf dem richtigen Weg ist oder nicht.
Hast du noch eine Botschaft, die du mit unseren Lesern teilen möchtest?
Das Wichtigste ist: Wenn du deine außersinnliche Wahrnehmung trainieren möchtest, dann mache das einfach aus Freude und Spaß heraus. Nimm dir den Druck raus, irgendetwas erreichen zu wollen und zu müssen. Denn Druck ist immer das, was die außersinnliche Wahrnehmung verhindert. Und mache dir bewusst: Es braucht manchmal einfach mehr, als die Übung nur einmal zu machen. Sei geduldig und hab Freude dabei, das ist das Wichtigste.
LIVE ERLEBEN
Workshop in München am 28./29. November 2026: An diesem Wochenende werden wir uns gemeinsam mit Medium und Bestsellerautor Pascal Voggenhuber mit unserer inneren Stimme und unseren sensitiven Fähigkeiten verbinden. Wir werden lernen, wie wir unsere Hellsinne erkennen, trainieren und effektiv einsetzen können. Dabei wird uns Pascal viele praktische Übungen und Tipps mitgeben, die uns im Alltag unterstützen, unsere Sensitivität zu leben. Wir werden erkennen, dass wir bereits all unser Wissen in uns tragen und auf die Weisheit unseres Bauchgefühls vertrauen können.


